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Wichtige Erkenntnisse
- Massive KI-Leistungssteigerung: Der M4-Chip bietet mit 38 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS) eine mehr als doppelte Leistung der Neural Engine im Vergleich zum M3.
- Architektur-Sprung: Der M4 nutzt die 3-Nanometer-Technologie der zweiten Generation, was die Effizienz gegenüber dem M2 drastisch erhöht.
- Grafik-Innovationen: Hardware-beschleunigtes Raytracing kommt nun auf das iPad Pro, wobei die Rendering-Leistung bis zu 4x höher ist als beim M2.
- 8K-Video-Support: Neue Media Engines im M4 unterstützen erstmals hardware-beschleunigte Bearbeitung von 8K H.264, HEVC und ProRes.
- CPU-Geschwindigkeit: Single-Core-Benchmarks zeigen eine Verbesserung von etwa 18 % gegenüber dem M3 und bis zu 50 % gegenüber dem M2.
Die Einführung des neuen iPad Pro markiert den Startschuss für Apples neueste Prozessorgeneration: den M4-Chip. Dieser Schritt überspringt den üblichen Zyklus, indem der M4 direkt im Tablet debütiert, bevor er in den Mac-Computern Einzug hält. Für Nutzer stellt sich die Frage, wie sich diese neue Silizium-Architektur im Vergleich zu den direkten Vorgängern M3 und M2 schlägt.
In der Welt der digitalen Märkte und des High-Frequency-Tradings ist Hardware-Performance ein oft unterschätzter Faktor. Während Liquid Markets Forex sich auf Marktanalysen konzentriert, wissen wir, dass professionelle Trader und Analysten auf zuverlässige, extrem schnelle Technologie angewiesen sind, um Charts in Echtzeit zu rendern und komplexe Algorithmen lokal auszuführen. Wir analysieren die technischen Daten, Benchmarks und realen Anwendungen der drei Chipsätze.
Technische Spezifikationen im direkten Vergleich
Ein Blick auf die reinen Daten offenbart die evolutionären und revolutionären Schritte, die Apple in den letzten zwei Jahren unternommen hat.
Detaillierte Spezifikationstabelle der Apple Silicon Prozessoren M4, M3 und M2
| Merkmal | M4 | M3 | M2 |
|---|---|---|---|
| CPU-Kerne | 9 oder 10 Kerne | 8 Kerne | 8 Kerne |
| GPU-Kerne | 10 Kerne | Bis zu 10 Kerne | Bis zu 10 Kerne |
| Neural Engine | 16 Kerne (38 TOPS) | 16 Kerne (18 TOPS) | 16 Kerne (15,8 TOPS) |
| Arbeitsspeicher (RAM) | 8 oder 16 GB (iPad Pro) | Bis zu 24 GB | Bis zu 24 GB |
| Speicherbandbreite | 120 GB/s | 100 GB/s | 100 GB/s |
| Fertigungsprozess | 3nm (2. Gen) | 3nm | 5nm |
| Transistoren | 28 Milliarden | 25 Milliarden | 20 Milliarden |
Die Transistordichte ist ein entscheidender Indikator für die Leistungsfähigkeit und Energieeffizienz eines Chips. Der M4 verfügt über 28 Milliarden Transistoren. Im Vergleich zu den 20 Milliarden des M2 stellt dies eine Steigerung von 40 % dar. Diese höhere Dichte auf fast gleicher Fläche ermöglicht komplexere Rechenoperationen bei geringerem Energieverbrauch.
Die Speicherbandbreite wurde beim M4 auf 120 GB/s erhöht, was einen schnelleren Datenaustausch zwischen CPU, GPU und Neural Engine ermöglicht. Dies ist besonders relevant für speicherintensive Anwendungen wie 3D-Rendering oder das Laden großer Datensätze in Finanzanalyse-Software.
CPU-Leistung und Benchmarks
Apple gibt an, dass die CPU des M4 bis zu 50 % schneller ist als die des M2. Ein direkter Vergleich zum M3 wurde seitens des Herstellers weniger stark hervorgehoben, doch unabhängige Tests und Geekbench-Daten liefern ein klareres Bild.
Single-Core und Multi-Core Analyse
Erste Benchmarks des M4 iPad Pro zeigen beeindruckende Werte:
- Single-Core Score: ~3.700 Punkte
- Multi-Core Score: ~14.000 Punkte
Vergleicht man diese Werte mit einem M3-basierten Mac:
- M3 Single-Core: ~3.100 Punkte
- M3 Multi-Core: ~12.000 Punkte
Daraus ergibt sich, dass der M4 im Single-Core-Bereich etwa 18 % schneller und im Multi-Core-Bereich bis zu 21 % leistungsfähiger ist als der M3. Für Nutzer, die von einem M2 kommen, ist der Sprung noch deutlicher spürbar. Diese Leistungsreserven sorgen dafür, dass das Betriebssystem auch bei anspruchsvollem Multitasking reaktionsschnell bleibt.
Der Einfluss der 3nm-Technologie
Der Wechsel auf die zweite Generation des 3-Nanometer-Verfahrens (N3E von TSMC) ist nicht nur Marketing. Er verbessert das Verhältnis von Leistung pro Watt. Für mobile Geräte wie das iPad Pro oder zukünftige MacBooks bedeutet dies, dass hohe Leistung über längere Zeiträume abgerufen werden kann, ohne dass das Gerät thermisch drosseln muss. Für Trader, die unterwegs Charts analysieren, resultiert dies in einer längeren Batterielaufzeit bei maximaler Helligkeit und Rechenlast.
GPU-Architektur und Grafikleistung
Die Grafikeinheit (GPU) hat bei Apple Silicon traditionell große Sprünge gemacht. Der M4 baut auf der Architektur des M3 auf und bringt Funktionen mit, die bisher Desktop-Grafikkarten vorbehalten waren.
GPU-Leistungsdiagramm und Architekturvergleich der Apple M-Serie Chips
Raytracing und Mesh Shading
Sowohl der M3 als auch der M4 unterstützen hardware-beschleunigtes Raytracing. Diese Technologie simuliert das physikalische Verhalten von Licht in Echtzeit, was für realistische Schatten und Reflexionen in 3D-Anwendungen sorgt. Der M2 besitzt diese Hardware-Unterstützung nicht und muss solche Berechnungen softwareseitig lösen, was deutlich langsamer ist.
Apple gibt an, dass die M4 GPU bis zu 4x schneller rendert als die des M2. Im Vergleich zum M3 fällt der Sprung moderater aus:
- M4 Metal Score: ~53.000 Punkte
- M3 Metal Score: ~46.500 Punkte
Dies entspricht einer Verbesserung von etwa 13 % in der reinen Compute-Leistung. Der wahre Vorteil des M4 liegt jedoch in der Effizienz des “Dynamic Caching”. Diese Funktion weist der GPU den lokalen Arbeitsspeicher in Echtzeit dynamisch zu, sodass für jede Aufgabe exakt die benötigte Menge an Speicher bereitsteht. Dies erhöht die durchschnittliche Auslastung und Performance der GPU drastisch.
Videobearbeitung und Media Engines
Für Content Creator ist die Media Engine das Herzstück des Chips. Hier differenziert sich der M4 deutlich durch die Unterstützung von 8K-Material.
| Feature | M4 | M3 | M2 |
|---|---|---|---|
| 8K H.264, HEVC, ProRes Beschleunigung | ✅ | ❌ | ❌ |
| Raytracing (Hardware) | ✅ | ✅ | ❌ |
| AV1 Decodierung | ✅ | ✅ | ❌ |
| ProRes Encode/Decode | ✅ | ✅ | ✅ |
Die Fähigkeit, AV1-Video hardwareseitig zu decodieren, ist zukunftssichernd, da Streaming-Dienste wie YouTube und Netflix zunehmend auf diesen effizienten Codec setzen. Der M2 unterstützt AV1 nicht, was zu einer höheren CPU-Last beim Abspielen solcher Inhalte führt.
Neural Engine: Der KI-Beschleuniger
In Zeiten, in denen künstliche Intelligenz (KI) und maschinelles Lernen (ML) dominieren, ist die Neural Engine (NPU) wichtiger denn je. Dies ist besonders relevant für Finanztechnologie, wo KI-Modelle zur Mustererkennung in Marktpreisen eingesetzt werden.
Der M4 ist laut Apple ein “KI-Kraftpaket”. Die Neural Engine leistet 38 Billionen Operationen pro Sekunde (TOPS).
- M3: 18 TOPS
- M2: 15,8 TOPS
Der M4 ist somit mehr als doppelt so schnell wie der M3 bei KI-Berechnungen. Diese enorme Leistung ermöglicht es, komplexe generative KI-Modelle und große Sprachmodelle (LLMs) lokal auf dem Gerät auszuführen, anstatt sie in die Cloud zu senden. Dies bietet Vorteile in Bezug auf Datenschutz und Latenzzeit – zwei kritische Faktoren für professionelle Anwender.
Praktische Auswirkungen der NPU-Leistung
Funktionen wie die Isolierung von Motiven in Final Cut Pro, Live-Text-Erkennung oder komplexe Siri-Anfragen werden durch die stärkere NPU beschleunigt. In Zukunft könnten Trading-Apps diese Leistung nutzen, um lokale Sentiment-Analysen von Nachrichtenfeeds in Echtzeit durchzuführen, ohne auf externe Server angewiesen zu sein.
Display-Unterstützung und Konnektivität
Ein wesentlicher Aspekt für Produktivität ist die Anzahl der unterstützten Bildschirme. Hier zeigt sich beim M4 im iPad Pro noch eine Limitierung, die jedoch gerätespezifisch sein dürfte.
- Aktueller Stand (iPad Pro M4): Unterstützung für einen externen Monitor mit bis zu 6K Auflösung.
- Erwartung für M4 Macs: Ähnlich wie beim M3 MacBook Air ist zu erwarten, dass zukünftige M4-Laptops mindestens zwei externe Displays unterstützen werden (eventuell im Clamshell-Modus).
Für Trader, die Multi-Monitor-Setups bevorzugen, bleibt der Mac die primäre Wahl gegenüber dem iPad, unabhängig vom verbauten Chip.
Wer sollte upgraden? Eine Entscheidungshilfe
Die Wahl des richtigen Chips hängt stark vom aktuellen Gerät und dem Anforderungsprofil ab.
Vergleich der Chip-Architektur Apple M4 gegenüber M3 und M2
Szenario 1: Upgrade von M1 oder älter
Nutzer, die noch mit einem M1-Chip oder Intel-basierten Systemen arbeiten, werden beim Wechsel auf den M4 einen gewaltigen Unterschied spüren. Die Kombination aus schnellerer CPU, Raytracing-GPU und der massiven Neural Engine rechtfertigt die Investition vollumfänglich.
Szenario 2: Upgrade von M2
Der Sprung vom M2 auf den M4 ist signifikant (50 % CPU-Leistung, 4x Rendering-Leistung). Für Profis, die Zeit beim Rendern von Videos sparen müssen oder intensiv mit 3D-Anwendungen arbeiten, lohnt sich der Wechsel. Für reine Office-Arbeiten und Web-Browsing ist der M2 weiterhin mehr als ausreichend.
Szenario 3: M3 Besitzer
Wer bereits ein Gerät mit M3-Chip besitzt, wird im Alltag kaum einen Unterschied bemerken, es sei denn, der Fokus liegt stark auf KI-Anwendungen oder 8K-Videobearbeitung. Hier ist das Warten auf die M4 Pro oder M4 Max Varianten ratsam.
Fazit
Der M4-Chip festigt Apples Position an der Spitze der mobilen Prozessortechnologie. Während die reine CPU-Leistung stetig wächst, sind es die spezialisierten Einheiten – die Neural Engine und die Media Engine –, die den wahren Wert für die Zukunft darstellen. Mit der Verdopplung der KI-Leistung bereitet Apple seine Hardware auf eine Software-Zukunft vor, die tiefgreifend von künstlicher Intelligenz geprägt sein wird.
Für unsere Leser bei Liquid Markets Forex bedeutet dies: Die Werkzeuge zur Analyse und Partizipation an den digitalen Märkten werden leistungsfähiger. Ein iPad Pro mit M4 oder ein zukünftiger M4-Mac bietet die notwendige Rechenpower, um auch in volatilen Marktphasen technisch nicht ins Hintertreffen zu geraten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Ist der M4 Chip schneller als der M3 Pro?
In Single-Core-Anwendungen kann der M4 Standard-Chip tatsächlich schneller sein als ein M3 Pro. Bei Multi-Core-Aufgaben, die von vielen Kernen profitieren, wird der M3 Pro aufgrund seiner höheren Kernanzahl (bis zu 12 CPU-Kerne) jedoch wahrscheinlich weiterhin die Nase vorn haben, bis der M4 Pro erscheint.
Unterstützt der M4 Chip Windows via Bootcamp?
Nein, wie alle Apple Silicon Chips unterstützt auch der M4 kein natives Bootcamp. Windows kann nur über Virtualisierungslösungen wie Parallels Desktop ausgeführt werden, was dank der hohen Leistung des M4 jedoch sehr flüssig funktioniert.
Wie viel Arbeitsspeicher (RAM) unterstützt der M4?
Im iPad Pro ist der M4 derzeit mit 8 GB oder 16 GB Arbeitsspeicher erhältlich. Es ist wahrscheinlich, dass zukünftige M4 Macs bis zu 24 GB oder sogar 32 GB Unified Memory im Basismodell unterstützen werden, um den gestiegenen Anforderungen von KI-Modellen gerecht zu werden.
Lohnt sich der M4 für reines Trading?
Für reine Chart-Analyse und Ausführung von Orders ist der M4 “Overkill”, bietet aber extreme Zukunftssicherheit. Die hohe Single-Core-Leistung sorgt dafür, dass Trading-Plattformen ohne Verzögerung laden, was in schnellen Märkten wie Krypto oder Forex einen Vorteil darstellen kann.
