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Wichtige Erkenntnisse
- Technologischer Durchbruch: Das iPhone 18 Pro wird voraussichtlich 2026 als erstes Apple-Smartphone über eine Face ID-Technologie unter dem Display verfügen.
- Design-Evolution: Die Dynamic Island könnte vollständig verschwinden und durch eine einzelne, kleine Kameraöffnung (Punch-Hole) ersetzt werden.
- Bestätigung durch Experten: Ross Young (Display Supply Chain Consultants) und Michael Helander (CEO von OTI Lumionics) untermauern den Zeitplan für 2026.
- Technische Lösung: Neue Materialien zur Kathodenstrukturierung (CPM) ermöglichen Infrarot-Transparenz bei OLED-Displays ohne Qualitätsverlust.
- Marktstrategie: Apple folgt einem langfristigen Plan zur Maximierung der Bildschirmfläche, wobei die “Pro”-Modelle diese Innovation zuerst erhalten.
Die Entwicklung der Smartphone-Displays steuert auf einen bedeutenden Meilenstein zu. Apple arbeitet seit Jahren an der Integration von biometrischen Sensoren direkt unter die Bildschirmoberfläche. Aktuelle Berichte und Bestätigungen aus der Industrie deuten darauf hin, dass das iPhone 18 Pro im Jahr 2026 diesen technologischen Sprung vollziehen wird. Für Investoren und Tech-Enthusiasten signalisiert dies den nächsten großen Zyklus in der Display-Hardware-Innovation.
Die Evolution zur unsichtbaren Sicherheit
Die Abkehr von physischen Aussparungen im Display ist das erklärte Ziel der Smartphone-Industrie. Apple führte 2017 mit dem iPhone X die “Notch” ein, um das TrueDepth-Kamerasystem für Face ID unterzubringen. Mit dem iPhone 14 Pro entwickelte sich dieses Element zur “Dynamic Island”, einer Software-Hardware-Hybridlösung, die Benachrichtigungen interaktiv integriert.
Der nächste logische Schritt ist die Verlagerung der Sensoren unter das Panel. Patente von Apple zeigen, dass Ingenieure seit geraumer Zeit Methoden erforschen, um Infrarotlicht durch die Pixelschichten des OLED-Displays zu senden, ohne die Bildqualität zu beeinträchtigen oder die Erkennungsgenauigkeit von Face ID zu mindern.
Warum 2026 das Zieljahr ist
Die Roadmap für diese Technologie hat sich konkretisiert. Ross Young, ein renommierter Analyst im Bereich Display-Lieferketten, identifiziert das Jahr 2026 als Startpunkt für die Massenproduktion dieser Technologie bei Apple. Dies korreliert direkt mit dem Veröffentlichungszyklus des iPhone 18 Pro.
Konzept-Render des iPhone 18 Pro zeigt ein Design ohne Dynamic Island mit einer mittigen Frontkamera
Technologische Hürden und Lösungen
Die größte Herausforderung bei der Platzierung von Kameras und Sensoren unter einem Display ist die Lichtdurchlässigkeit. OLED-Panels bestehen aus verschiedenen Schichten, darunter Kathoden, die normalerweise nicht transparent sind. Wenn Infrarotlicht (notwendig für Face ID) durch diese Schichten muss, wird es oft gestreut oder absorbiert. Das Resultat wäre eine unzuverlässige Gesichtserkennung.
Der Durchbruch durch OTI Lumionics
Eine Lösung für dieses physikalische Problem liefert das kanadische Unternehmen OTI Lumionics. Michael Helander, CEO des Unternehmens, bestätigte auf der SID Business Conference, dass ihre Technologie ab 2026 in kommerziell erhältlichen Smartphones zum Einsatz kommen wird.
Die Innovation liegt im sogenannten “Cathode Patterning Material” (CPM). Diese Technologie ermöglicht es Display-Herstellern, mikroskopisch kleine Muster in die Kathodenschicht des OLED-Panels zu strukturieren. Diese Muster fungieren als Fenster für Licht und Sensoren, während die restliche Displayfläche unbeeinträchtigt bleibt.
Vorteile der CPM-Technologie:
- Hohe Transparenz: Sensoren erhalten genügend Daten für eine sichere Authentifizierung.
- Keine Pixeleinbußen: Im Gegensatz zu früheren Ansätzen, bei denen die Pixeldichte über der Kamera reduziert wurde, bleibt die Anzeige scharf.
- Energieeffizienz: Die Materialien integrieren sich in bestehende OLED-Produktionsprozesse und erhalten die Effizienz des Panels.
Diese Entwicklung ist ein klares Indiz dafür, dass die Zuliefererkette nun bereit ist, die hohen Qualitätsstandards von Apple zu erfüllen.
Design-Änderungen beim iPhone 18 Pro
Mit der Verlagerung der Face ID-Sensoren unter das Display wird die Notwendigkeit für die breite Dynamic Island hinfällig. Die Komponenten für die Gesichtserkennung – der Infrarotstrahler und der Punktprojektor – werden unsichtbar. Übrig bleibt lediglich die Frontkamera für Selfies und Videocalls.
Die Position der Frontkamera
Aktuelle Berichte, unter anderem von The Information, diskutieren zwei mögliche Design-Szenarien für die verbleibende Kameraöffnung:
- Mittige Platzierung: Ähnlich wie bei aktuellen Android-Flaggschiffen befindet sich ein kleines Loch zentral am oberen Rand. Dies wahrt die Symmetrie des Designs.
- Eck-Platzierung: Einige Quellen spekulieren über eine Verschiebung der Kamera in die obere linke Ecke. Dies würde den zentralen Bereich für Inhalte komplett freigeben.
Die Wahrscheinlichkeit spricht aktuell für eine mittige Positionierung, da dies die gewohnte Perspektive für Videotelefonie und Selfies am wenigsten verzerrt. Eine vollständige Unter-Display-Lösung auch für die RGB-Kamera (Selfie-Kamera) wird erst in späteren Generationen (nach 2027) erwartet, da die optische Qualität bei Fotos durch das Displayglas noch stärker beeinträchtigt wird als reine Infrarotsensoren.
Marktauswirkungen und Investorenperspektive
Für Marktbeobachter bei Liquid Markets Forex ist diese technologische Verschiebung mehr als nur ein Hardware-Update. Sie repräsentiert Investitionen in Milliardenhöhe innerhalb der Display-Lieferkette. Unternehmen wie Samsung Display und LG Display, die Hauptlieferanten für Apple, müssen ihre Fertigungslinien für diese neuen Materialien anpassen.
Einflussfaktoren auf den Markt:
- Alleinstellungsmerkmal (USP): Apple könnte erneut einen Standard setzen, der die Konkurrenz unter Druck setzt, ähnliche Technologien ohne Qualitätsverlust zu liefern.
- Durchschnittlicher Verkaufspreis (ASP): Neue Technologien rechtfertigen oft Preiserhöhungen bei den “Pro”-Modellen, was die Margen von Apple stabilisiert oder steigert.
- Zulieferer-Aktien: Unternehmen, die sich auf OLED-Materialien und spezialisierte Fertigungsanlagen konzentrieren (wie Universal Display Corporation oder Partner von OTI Lumionics), könnten von diesem Zyklus profitieren.
Fazit: Der Weg zur reinen Glasfläche
Die Bestätigung durch Industriepartner wie OTI Lumionics und Analysten wie Ross Young macht das Szenario eines iPhone 18 Pro mit Under-Display Face ID sehr konkret. Das Jahr 2026 markiert damit voraussichtlich das Ende der Dynamic Island in ihrer jetzigen Form. Für Nutzer bedeutet dies mehr Bildschirmfläche und weniger visuelle Störungen. Für den Markt bedeutet es den Beginn einer neuen Ära der Display-Integration, in der Hardware zunehmend unsichtbar wird.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wann erscheint das iPhone 18 Pro?
Apple veröffentlicht neue iPhone-Modelle traditionell im September. Das iPhone 18 Pro wird daher für den Herbst 2026 erwartet.
Wird die Dynamic Island komplett verschwinden?
Ja, bei den Pro-Modellen wird die pillenförmige Aussparung voraussichtlich weichen. Die Software-Funktionen der Dynamic Island könnten jedoch angepasst werden, um um das verbleibende Kameraloch herum zu agieren oder als reine Software-Lösung am oberen Bildschirmrand zu existieren.
Ist Face ID unter dem Display sicher?
Ja. Apple implementiert neue Technologien erst, wenn sie den eigenen hohen Sicherheitsstandards entsprechen. Die neuen Materialien (CPM) stellen sicher, dass die Sensoren genauso präzise arbeiten wie bei einer offenen Aussparung (“Notch”).
Warum ist die Selfie-Kamera noch nicht unter dem Display?
Kameras für Fotografie benötigen absolut klares Glas für optimale Lichtaufnahme und Schärfe. Ein Display über der Linse wirkt wie ein Filter, der die Bildqualität mindert. Diese Hürde ist physikalisch schwieriger zu überwinden als die Transmission von Infrarotlicht für Face ID.
Referenzen
- Ross Young (DSCC): Analyse zur Display-Roadmap von Apple (X/Twitter).
- The Information: Berichte über Designänderungen und Hardware-Spezifikationen zukünftiger iPhones.
- OTI Lumionics: Informationen zur Cathode Patterning Material (CPM) Technologie und Präsentationen auf der SID Business Conference.
- USPTO: Veröffentlichte Patente von Apple Inc. bezüglich elektronischer Vorrichtungen mit Displays und optischen Sensoren.
