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NASA Artemis 2 Startfenster 2026: Umfassende Analyse der Missionsdaten und orbitalen Restriktionen

Alex Mercer January 30, 2026 0 24 Views
Start des SLS für die Artemis 1 Mission
Table of Contents

Geschätzte Lesezeit: 9 Minuten

Wichtige Erkenntnisse (Key Takeaways)

  • Startfenster-Eröffnung: Das erste potenzielle Startdatum für die Artemis 2 Mission ist der 6. Februar 2026.
  • Orbitalmechanische Einschränkungen: Die Mission nutzt eine “Free Return”-Flugbahn, was die möglichen Starttermine drastisch limitiert.
  • Operativer Zyklus: Einem Startfenster von einer Woche folgen drei Wochen ohne Startmöglichkeit, bedingt durch lunare Zyklen und logistische Anforderungen.
  • Vorbedingungen: Eine erfolgreiche “Wet Dress Rehearsal” (Generalprobe der Betankung) und die “Flight Readiness Review” sind zwingend erforderlich.
  • Tageszeit-Faktor: Die meisten Starts werden nachts erfolgen, mit einer bemerkenswerten Ausnahme am 1. April 2026.

Die Rückkehr der Menschheit zum Mond tritt in eine entscheidende Phase ein. NASA hat detaillierte Daten für die Artemis 2 Mission veröffentlicht, dem ersten bemannten Mondflug seit über 50 Jahren. Diese Mission dient nicht nur als technologischer Demonstrator für das Space Launch System (SLS), sondern auch als kritischer Testlauf für zukünftige Deep-Space-Operationen. Eine genaue Untersuchung der veröffentlichten Daten offenbart jedoch, dass der Zeitplan weitaus komplexer und restriktiver ist, als es auf den ersten Blick scheint.

Start des SLS für die Artemis 1 MissionStart des SLS für die Artemis 1 Mission

Die Architektur der Startfenster: Präzision trifft Physik

Das Startfenster für Artemis 2 öffnet sich offiziell am 6. Februar 2026. Dies markiert den frühestmöglichen Zeitpunkt, an dem die Mission theoretisch beginnen kann. Ein konkretes Datum wurde noch nicht final fixiert, da dies von einer Vielzahl vorgelagerter Tests abhängt.

Die Planung dieser Termine unterscheidet sich fundamental von Starts in den niedrigen Erdorbit (LEO), wie sie etwa bei Flügen zur Internationalen Raumstation üblich sind. Bei Artemis 2 diktieren die Himmelsmechanik und spezifische Sicherheitsarchitekturen den Takt.

Die “Free Return”-Flugbahn als limitierender Faktor

Der entscheidende Faktor für die begrenzten Startmöglichkeiten ist die gewählte Flugroute: die sogenannte “Free Return Trajectory” (Rückkehrbahn ohne Antrieb).

Bei diesem orbitalen Manöver wird die Orion-Kapsel so präzise auf den Mond ausgerichtet, dass die Gravitation des Mondes das Raumschiff wie eine Schleuder um den Himmelskörper herumführt und automatisch zurück zur Erde schickt.

Warum ist dies kritisch?
Sollten während des Transits zum Mond die Haupttriebwerke oder Manövrierdüsen ausfallen, garantiert die Physik dieser Bahn die sichere Rückkehr der Crew, ohne dass ein weiterer Antriebsimpuls notwendig ist. Für die erste bemannte Mission des Programms ist dieses Sicherheitsnetz unverzichtbar.

Diese geometrische Ausrichtung zwischen Erde, Mond und der Kapsel tritt jedoch nicht täglich auf. Die Position des Mondes relativ zur Erde ändert sich kontinuierlich, was dazu führt, dass die Startmöglichkeiten zyklisch und nicht linear verfügbar sind.

Operative Hürden: Der “Wet Dress Rehearsal”

Bevor die SLS-Rakete überhaupt für einen Start in Betracht gezogen werden kann, muss sie eine kritische Hürde nehmen: die Wet Dress Rehearsal (WDR).

Hierbei handelt es sich um eine vollständige Generalprobe auf der Startrampe im Kennedy Space Center. Der Prozess umfasst:

  1. Das vollständige Betanken der Rakete mit über 2,7 Millionen Litern flüssigem Wasserstoff und Sauerstoff.
  2. Das Durchlaufen des kompletten Countdowns durch die Startteams.
  3. Der Abbruch Sekunden vor der Zündung der Triebwerke.

Erst nach erfolgreichem Abschluss dieser Simulation und der Analyse tausender Datenpunkte kann die NASA zur Flight Readiness Review übergehen. In diesem Gremium bewerten Ingenieure, Missionsplaner und Sicherheitsbeauftragte, ob sowohl die Hardware als auch die Besatzung bereit für den Flug sind.

Der Rhythmus der Verfügbarkeit: Eine Woche an, drei Wochen aus

Die NASA hat ein spezifisches Muster für die Startverfügbarkeit identifiziert, das für die logistische Planung von zentraler Bedeutung ist. Aufgrund der orbitalen Anforderungen ergibt sich folgendes Schema:

  • Verfügbarkeit: Ca. eine Woche Startmöglichkeiten.
  • Sperrzeit: Ca. drei Wochen keine Startmöglichkeit.

Dieser Zyklus hat massive Auswirkungen auf das Risikomanagement. Sollte es während einer der aktiven Wochen zu technischen Problemen oder schlechtem Wetter kommen – ein sogenannter “Scrub” –, steht das Team unter enormem Zeitdruck.

Das Problem der Verbrauchsmaterialien

Ein abgebrochener Startversuch ist nicht nur ein zeitliches Problem, sondern auch ein logistisches. Die SLS-Rakete nutzt kryogene Treibstoffe (flüssigen Wasserstoff und Sauerstoff), die bei extrem niedrigen Temperaturen gelagert werden müssen. Während des Betankens und Haltens verdampft ein Teil dieser Treibstoffe (“Boil-off”). Zudem wird flüssiger Stickstoff benötigt, um das Fahrzeug zu inertisieren und Systeme zu spülen.

Muss ein Start mehrfach verschoben werden, müssen diese Verbrauchsmaterialien aufgefüllt werden. Die Infrastruktur am Boden benötigt Zeit, um die Tanks der Startrampe wieder zu befüllen. Passiert ein Abbruch spät im Countdown innerhalb eines der einwöchigen Fenster, kann dies bedeuten, dass das Fenster schließt, bevor ein neuer Versuch unternommen werden kann. Die Konsequenz ist eine Zwangspause von rund einem Monat.

Detaillierte Starttermine für das erste Quartal 2026

Basierend auf den aktuellen Berechnungen der NASA ergeben sich spezifische Datenblöcke für das Frühjahr 2026. Diese Termine sind die einzigen Tage, an denen die geometrischen Bedingungen für die “Free Return”-Bahn erfüllt sind.

Februar 2026

Im Februar konzentrieren sich die Möglichkeiten auf die erste Monatshälfte:

    1. Februar
    1. Februar
    1. Februar
    1. Februar
    1. Februar

März 2026

Ähnlich wie im Februar liegen die Termine hier dicht beieinander:

    1. März
    1. März
    1. März
    1. März
    1. März

April 2026

Der April bietet eine interessante Verteilung zu Beginn des Monats und einen einzelnen Tag am Ende:

    1. April
    1. April
    1. April
    1. April
    1. April
    1. April

Es ist wichtig zu beachten, dass NASA aktuell nur Daten bis Ende April 2026 veröffentlicht hat. Sollte sich die Startkampagne verzögern, existieren weitere Fenster im weiteren Jahresverlauf, die ähnlichen orbitalmechanischen Mustern folgen werden.

Lichtverhältnisse und Startzeitpunkte

Ein oft übersehener Aspekt der Missionsplanung ist die Tageszeit des Starts. Historisch gesehen bevorzugt die NASA für Erstflüge oft Tageslichtstarts, um das Verhalten der Rakete visuell besser überwachen zu können. Die Daten für Artemis 2 zeichnen jedoch ein anderes Bild.

Laut einer Tabelle der NASA werden wir mit hoher Wahrscheinlichkeit – ähnlich wie bei Artemis 1 – einen Nachtstart erleben. Die Bahmechanik diktiert die Startzeit, nicht die Sichtbarkeit für Kameras.

Die Ausnahme am 1. April:
Bemerkenswerterweise gibt es ein einziges Datum in den ersten drei Monaten, an dem ein Start bei Tageslicht möglich wäre: der 1. April 2026. Dass ausgerechnet der “April Fool’s Day” (Erster April) der einzige Taglicht-Slot ist, zeugt von einem gewissen Humor der Himmelsmechanik, ist aber rein physikalisch bedingt.

Strategische Implikationen für die Mission

Die Starrheit dieser Startfenster erhöht den Druck auf die Bodenmannschaften enorm. Jedes technische Problem, das nicht innerhalb von 24 bis 48 Stunden gelöst werden kann, riskiert, die Mission um einen ganzen Monat zu verschieben. Dies hat Implikationen für:

  1. Kostenmanagement: Jeder Monat Verzögerung kostet den Steuerzahler Millionen an Unterhalt für die stehende Infrastruktur und das Personal.
  2. Crew-Training: Die Astronauten müssen ihren physiologischen Rhythmus und ihr Training exakt auf den Starttag abstimmen. Verschiebungen erfordern Anpassungen in der Quarantäne und Vorbereitung.
  3. Politische Dimension: Artemis ist ein Prestige-Projekt. Häufige Verzögerungen könnten die öffentliche Wahrnehmung und politische Unterstützung beeinflussen.

Die Präzision, mit der diese Termine kalkuliert wurden, unterstreicht den Wandel der NASA von einer reinen Forschungseinrichtung hin zu einem operativen Betreiber komplexer Deep-Space-Logistik. Für Beobachter und Analysten bedeutet dies: Der 6. Februar ist kein “festes” Datum, sondern der Beginn einer Phase höchster operativer Bereitschaft.


Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Warum startet Artemis 2 nicht einfach, wenn die Rakete bereit ist?

Die Mission ist an eine “Free Return Trajectory” gebunden. Diese Sicherheitsflugbahn nutzt die Schwerkraft des Mondes, um das Raumschiff ohne Antrieb zurück zur Erde zu bringen. Diese geometrische Ausrichtung zwischen Erde und Mond tritt nur an wenigen Tagen im Monat auf.

Was passiert bei einem “Scrub” (Startabbruch)?

Bei einem Abbruch muss die Rakete enttankt und gesichert werden. Wenn der Fehler schnell behoben wird, kann ein neuer Versuch innerhalb des gleichen Wochenfensters erfolgen. Dauert die Reparatur länger oder sind die Verbrauchsmaterialien (wie flüssiger Wasserstoff) erschöpft, muss bis zum nächsten monatlichen Fenster gewartet werden.

Wird Artemis 2 auf dem Mond landen?

Nein. Artemis 2 ist eine Umrundungsmission. Die vier Astronauten werden den Mond umkreisen, um die Systeme der Orion-Kapsel mit Besatzung zu testen, aber nicht landen. Die Landung ist für Artemis 3 geplant.

Warum finden die meisten Starts nachts statt?

Die Startzeit wird durch die Notwendigkeit bestimmt, den Mond zu einem spezifischen Zeitpunkt an einer spezifischen Position im Orbit zu erreichen. Die Rotation der Erde legt das Startfenster fest, und in diesem Zyklus fallen die optimalen Zeitpunkte im Frühjahr 2026 überwiegend in die Nachtstunden von Florida.


Quellen und Weiterführende Informationen

  1. Space Explored: Original Launch Data Analysis
  2. NASA Official: Artemis II Mission Availability Table
  3. NASA Guides: Artemis II Mission Overview
  4. European Space Agency (ESA): Orion European Service Module
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